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Epidemie des Schmollens

Das aktuelle Kommunikationsdesaster

Wir kennen das Schmollen von kleinen Kindern. Mit dicker Unterlippe und trotzigen Augen. Viele kennen auch schmollende Ehefrauen oder Freundinnen. Mit versteinertem Gesicht und stundenlanger Kommunikationsverweigerung. (Kann im Extremfall auch Tage dauern.) Auch Männer können schmollen. Ganz wunderbar und anhaltend. Mit unbeteiligtem Blick und schweigender Entschlossenheit. Aber von alledem soll hier nicht die Rede sein.

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Wir können nämlich längst auch jenseits von krisenhaften menschlichen Beziehungen wunderbar schmollen. In einer sozialen, gesellschaftlichen und politischen Dimension. Und das Schmollen nimmt rasant zu, es hat sich längst zu einer wahren Epidemie des Schmollens ausgewachsen.

Ärgern über andere Meinungen

Wir schmollen, wann immer es zu Kommunikationsproblem kommt. Und das ist in einer komplexen Informations- und Wissensgesellschaft naturgemäß oft der Fall. Sie lebt davon, dass es viele Sichtweisen und Widersprüche gibt. Aber das ist auf Dauer nicht leicht auszuhalten.

Poppen andere Meinungen auf und sind im schlimmsten Fall wohlbegründet, fühlen wir uns schnell nicht verstanden oder ärgern uns über die Unverschämtheit, eine andere Wirklichkeit als die unsere vorgehalten zu bekommen. Wir ärgern uns über Fakten, die uns nicht gefallen. Wir hadern mit Veränderungen, die wir nicht wollen.

Manche Menschen regen sich in solchen Situationen laut auf. Aber wo ist der Ort, wo man damit wirklich gehört wird? Diskussionsrunden in Fußgängerzonen oder auf Plätzen, die haben zum letzten Mal irgendwann im späten 20. Jahrhundert stattgefunden. Seitdem ist der öffentliche Diskurs tot. (Auch im Londoner Hyde Park?)

Passiv-aggressive Kommunikations-Verweigerung

Die einzige Alternative sind die Sozialen Netzwerke. Entsprechend herbe geht es dort zu. Da wird getrollt und geshitstormt, was nur geht. Dumm ist, dass man da schnell nur noch Seinesgleichen um sich herum hat. Man wird entfreundet oder gar nicht erst missachtet. Trolle müssen sich ganz oft einfach trollen. Bleibt als letzte Option: schmollen.

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Was ist Schmollen eigentlich? Die Psychologie definiert es als passiv-aggressive Kommunikationsverweigerung und als Mittelweg zwischen Kampf und Flucht. Uns stinkt es also gewaltig, aber wir können oder wollen nichts tun. Also stellen wir als Protest und Strafe alle Kommunikation ein. Was natürlich das ursprüngliche Problem der gestörten Kommunikation nur weiter erschwert.

Wenn ein Mensch nicht derselben Meinung ist wie wir, sind wir sauer. Eigentlich sind wir sogar beleidigt, dass er anders denkt. Und durch die Sozialen Medien erfahren wir von immer mehr Menschen, was sie lieben und was sie denken. Ganz logisch, dass es da Irritationen gibt, vor allem wenn wir den Filter-Bubble der Gleichgesinnten verlassen.

Fühlen ist wichtiger als Wissen

Oder noch schlimmer: Wir erfahren, dass ein Mensch, mit dem wir schon oft nett gefeiert haben und uns nett unterhalten haben, zum AfD-Wähler geworden ist. Das trifft wirklich tief. Und was tun, wenn man entdeckt, dass immer mehr Menschen aus dem Freundeskreis nach rechts driften? Alle entfreunden? Keine betörende Lösung.

Also schmollen wir. Wir schränken den Kontakt ein und finden alles, was dieser Störenfried tut und sagt doof. Und wenn es noch so nett ist, was er postet. Selbst Katzenvideos und Säuglinge in der Timeline sind dann nicht mehr süß. So entsteht diese Epidemie des Schmollens. Jeder ist auf den anderen sauer.

Und das ist der Tod jeder vernünftigen Diskussion, jeder vernünftigen Auseinandersetzung. Dann ist es so weit, dass gefühlte Realitäten glaubhafter erscheinen als faktische. Das ist der Nährboden, auf dem ein Donald Trump oder eine Frauke Petry & Konsorten ihre gefühlten Missstände und Ängste propagieren können.

Schmollen als Epidemie

Und richtig: Das Schmollen, das ist die Unfähigkeit der Politiker, auf die Ängste, Unsicherheiten und Unzufriedenheit der Bürger (und damit ihrer Wähler) einzugehen. Sie fühlen sich unverstanden. Und umgekehrt genauso. All die Protestwähler und Nichtwähler, all die da Lügenpresse schreien und sich medial ausgegrenzt fühlen, sie schmollen, sie kommunizieren nicht mehr offen. Sie sind nicht mehr für Argumente zugänglich. Sie sind eingeschnappt.

Besonders gut im Schmollen sind Narzissten. Wenn es nicht nach ihren Wünschen geht, dann kämpfen sie nicht darum. Sie sind nur beleidigt – und schmollen. Kein Wunder, dass sich in unserer narzisstischen Gesellschaft das Schmollen so epidemisch verbreitet. Es ist die scheinbar einfachere, bequemere Rolle, in der man so selbstgerecht Recht behalten kann, selbst wenn man im Unrecht ist.

Schmollen ist unattraktiv und unwiderstehlich zugleich. Wenn man schmollt, weiß man, dass man keine gute Figur abgibt. Zugleich ist der Sog, sich in diese ebenso düstere wie seltsam kuschelige Seelen-Ecke zurückzuziehen, riesengroß. Und wenn man einmal drin ist, kommt man von allein nicht mehr raus.

Das Ausstiegs-Szenario

Im zwischenmenschlichen Bereich gibt es ja erprobte Ausstiegsmethoden aus dem Schmollen. Eine kleine Versöhnungsgeste hier oder da. Eine kleine Aufmerksamkeit. Oder der Hauch eines Verstehens. Das funktioniert in den meisten Fällen. Denn irgendwann macht Schmollen keinen Spaß mehr.

Aber wie sieht das im gesellschaftlichen Kontext aus? Vergeht das Wahlverhalten aus dem Schmollwinkel heraus irgendwann wieder? – Und darf man dann auch mal wieder mit Argumenten kommen? Auch wenn sie unangenehm sind? Oder müssen wir uns auf eine Schmoll-Politik einstellen? Wer am lautesten schmollt, bekommt recht. Egal wie die Faktenlage ist…

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http://defanzy.de/wp-content/uploads/2015/01/584791main_spookysaturn.mp3

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http://defanzy.de/wp-content/uploads/2015/01/693857main_emfisis_chorus_1.mp3

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http://defanzy.de/wp-content/uploads/2015/01/578358main_kepler_star_KIC12268220C.mp3

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